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Krefeld (Deutschland), 20.01.2015

Schweißgase für Zwei- und Dreiräder
Straßensessel und Gassenhüpfer

Auf einem Trike zu fahren, ist wie auf einem gemütlichen Sessel zu sitzen. Nur, dass der Sessel mit einigen Stundenkilometern über die Landstraße rollt und der Fahrer entspannt das wechselnde Panorama genießt. Beim Motorroller in Südostasien hat man wohl eher eine quirlige Großstadt vor Augen, durch deren Straßen und Gassen sich der Fahrer oder die Fahrerin mit dem wendigen Fahrzeug den flottesten Weg bahnt. Gemeinsam haben beide Fahrerlebnisse die Nase im Wind und die Gase von Messer. Letztere spielen bei der Herstellung der Fahrzeuge eine entscheidende Rolle.

Das Bild vom fahrenden Straßensessel stammt von Roland Lindenlaub, dem Geschäftsführer von Wolftrikes. Das Unternehmen wurde 1998 in Szajk gegründet, einem kleinen Ort im Süden Ungarns. Damals produzierten drei Mitarbeiter Teile für die motorisierten Dreiräder, heute sind es bereits 43. Die Endmontage der Fahrzeuge findet beim Partnerunternehmen Boom Trikes im schwäbischen Sontheim statt. Von dort werden die Fahrzeuge in die ganze Welt exportiert. Die beiden Partner haben gemeinsam rund die Hälfte des Trike-Marktes der EU erobert. In Szajk entstehen neben der Elektronik vor allem Rahmen und Karosserie, Gabeln, Lenker, Gepäckträger und Auspuffe. Die ungarisch-deutschen Trikes sind handgefertigte Kunstwerke, Sonderwünsche sind die Regel. „Für einen Kunden aus Saudi-Arabien haben wir die Karosserie mit Goldeinlagen überzogen. Allein die Goldschmiedearbeiten haben 100.000 Euro gekostet“, erzählt Roland Lindenlaub. Es ist nicht alles Gold, was an einem Trike glänzt, aber glänzen soll es kräftig, finden die meisten Trike-Besitzer. Deshalb bestellen sie gerade für die offenliegenden Fahrwerkteile immer öfter hochlegierten Edelstahl. Er ist rostfrei und entsprechend haltbar, aufgetragene Farbe platzt nicht ab, und unlackiert lässt er sich auf Hochglanz polieren.

Das hochwertige Material stellt hohe Anforderungen an den Schweißprozess. Deshalb arbeiten bei Wolftrikes nur zertifizierte Facharbeiter. Sie schweißen mit abschmelzenden Elektroden und setzen beim unlegierten Stahl Ferroline C18 (18 Prozent CO2, 82 Prozent Argon) als Schutzgas ein. Für hochlegierten Stahl wird reines Argon verwendet. Letzteres wird von Messer in Palettentanks, das Ferroline C18 in Flaschen geliefert. „Wir haben von Anfang an eng mit Messer zusammengearbeitet und sehr vom Know-how der Schweißspezialisten profitiert”, betont der Geschäftsführer. „Perfekte Optik lässt sich nur mit dem richtigen Gas erreichen.“

Messer–Beratung für Schweißqualität
Qualität und Wirtschaftlichkeit sind verkaufsfördernde Einflussfaktoren der Endprodukte – auch bei Motorrädern und -rollern. Dessen ist sich auch der Zweiradspezialist Piaggio bewusst. Dieser gab Messer in Vietnam die Möglichkeit, seinen Produktionsprozess zu überprüfen und durch praktische Hinweise Einsparpotenziale, etwa bei Nacharbeit und Fertigungszeit, aufzudecken.

Im vergangenen Februar haben Piaggio Vietnam und Messer einen MIG/MAG-Schweißworkshop am Piaggio-Standort bei Hanoi abgehalten. Fachleute von Messer aus Deutschland und Vietnam informierten über den Stand der Technik und zeigten Optimierungsmöglichkeiten auf. Teilnehmer des Workshops waren sowohl Piaggio-Mitarbeiter als auch Mitarbeiter von Piaggio-Zulieferern.

 


Erika Dosztály, Mitarbeiterin im Kundenservice von Messer in Ungarn, nutzt für ihr Styling auch Sprühflaschen.
Erika Dosztály, Mitarbeiterin im Kundenservice von Messer in Ungarn, nutzt für ihr Styling auch Sprühflaschen.

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