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Das Jahr 2008

„Das Jahr 2008 markiert das Ende eines lange anhaltenden Aufschwungs der Weltwirtschaft“ - kurz und knapp resümiert der Jahreswirtschaftsbericht 2009 der Bundesregierung die dramatische globale ökonomische Entwicklung, die im Winter 2008/2009 in eine „konjunkturelle Talfahrt von historischer Dimension“, so das Kieler Institut für Weltwirtschaft, mündete.

Eine ungezügelte expansive Geldpolitik, die leichtfertige Vergabe von Krediten und Versäumnisse bei der Regulierung der Finanzmärkte ließen in den USA die Immobilienblase platzen. Hohe Abschreibungen der Bankhäuser und Versicherungen, ein massiver Vertrauensverlust auf den Finanzmärkten und die Lähmung der Geldkreisläufe zwischen den Banken rissen die Weltwirtschaft im Spätsommer in eine tiefe Krise. Im Euroraum sank das Bruttoinlandsprodukt in den letzten drei Monaten des Jahres gegenüber dem dritten Quartal um 5,7 Prozent. Ebenso blieben auch Staaten, die wie China oder Indien jahrelang zu den neuen Boomregionen der Weltwirtschaft gehörten, nicht mehr vor der Krise verschont und mussten kräftige Einbußen im Export hinzunehmen.

Im vierten Quartal konnte sich auch die deutsche Volkswirtschaft dem Strudel der weltweiten Rezession nicht mehr entziehen. Da die Exporte „geradezu spektakulär“ (Institut für Weltwirtschaft, Kiel) um 26,2 Prozent einbrachen, hatte die Bundesrepublik den stärksten Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion seit vier Jahrzehnten zu verkraften. Gleichzeitig setzte sich der seit Monaten anhaltende Trend rückläufiger Arbeitslosenzahlen nicht mehr weiter fort. Alles in allem nahm das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland nur noch um 1,2 Prozent zu (2007: 2,5 Prozent).

Auch die über Jahre erfolgsverwöhnte deutsche Chemieindustrie hatte zusehends unter dem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld zu leiden. Die respektablen Produktionszuwächse in der ersten Jahreshälfte gehörten seit dem dritten Quartal schnell der Vergangenheit an. Die „ersten Schockwellen der weltweiten Finanzkrise“ (Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie) trafen nun auch unweigerlich die Chemiebranche. Als wichtiger Vorlieferant des verarbeitenden Gewerbes hing ihr ökonomisches Schicksal einmal mehr von den konjunkturellen Zyklen der bundesrepublikanischen Schlüsselindustrien ab. Nachdem zahlreiche Betriebe dazu übergingen, ihre Anlagen zu drosseln, sank im vierten Quartal 2008 die Gesamtproduktion von Chemikalien um mehr als 9 Prozent. Die Auslastung der Kapazitäten ging von rund 86 Prozent auf 75 Prozent zurück.

Die abschließenden Kennziffern für das gesamte Jahr spiegeln die massiven Einbrüche in der Produktion allerdings noch nicht wieder. Im Gesamtumsatz legte die Chemiebranche um 1,6 Prozent auf rund 176 Milliarden Euro zu. Getragen von einem weiter regen Export pharmazeutischer Produkte und einer stabilen Nachfrage in den Schwellenländern erhöhten sich die Ausfuhren noch einmal um ca. 8 Prozent. Ebenso stiegen die Investitionen in Sachanlagen um 5 Prozent (6,8 Milliarden Euro). Die Gesamtproduktion der chemischen Industrie lag am Jahresende allerdings um 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Geschäftsbericht 2008