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Das Jahr 1998

Nachdem bereits im Herbst des vergangenen Jahres Vorboten einer schweren Rezession nicht zu übersehen waren, wurde die Entwicklung der Weltwirtschaft 1998 maßgeblich von der Währungs- und Finanzkrise in Ost- und Südostasien, der andauernden schlechten Situation der japanischen Wirtschaft sowie wirtschaftspolitischen Nöten Russlands bestimmt. Galten Hongkong, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, Malaysia, Indonesien, die VR China und Vietnam in den 1990er-Jahren als besonders dynamische Wirtschaftsregionen, die der Internationale Währungsfonds seit 1997 teilweise bereits zu den „advanced economies“ zählte (Hongkong, Singapur, Südkorea Taiwan), fand das beschleunigte Wachstum ein jähes Ende. Zahlreiche Investitionen (vor allem in Thailand und Malaysia) stützten sich auf leichtfertig vergebene Kredite, die im Vertrauen auf fortlaufende Zuwachsraten von den Banken gewährt wurden, die 1997/1998 in massive Existenznöte gerieten, da die Tilgung von Krediten immer häufiger ausblieb. Darüber hinaus wurde die Krise durch die starke Überbewertung vieler ostasiatischer Währungen, die temporär horrende Auslandsverschuldung und die Rezession in Japan als einem der wichtigstem Handelspartner der Region massiv verschärft. Es folgten Bankenzusammenbrüche, Währungszerfall, Kursstürze, Firmeninsolvenzen und Massenentlassungen. So ging das Bruttoinlandsprodukt etwa in Indonesien um 13,7 Prozent, in Thailand um 8 Prozent, in Südkorea um 5,5 Prozent und in Hongkong um 5,1 Prozent zurück.

Im großen und ganzen gelang es der deutschen Wirtschaft, sich im Schatten der Ostasienkrise zu behaupten und das reale Bruttoinlandsprodukt um 2,8 Prozent zu erhöhen. Die Investitionen in Ausrüstungen nahmen zu, der private Verbrauch bewegte sich auf einem stabilen Level, die Zahl der Erwerbstätigen stieg. Der Maschinenbau zählte dank seiner Innovationsfreude und seinen stark nachgefragten High-Tech-Produkten mit einem Umsatzwachstum von 6,3 Prozent zu den einträglichsten Industriezweigen. Hingegen hatte die chemische Industrie unmittelbar die Folgen der Ostasienkrise zu verkraften: Da die Exporte nach Ostasien (und Lateinamerika) deutlich zurückgingen, verminderte sich der Gesamtumsatz der Branche um 1,6 Prozent.

Geschäftsbericht 1998
Jahresabschluss 1998