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Das Jahr 1993

Die seit 1990 konjunkturell schwache Bilanz der Weltwirtschaft setzte sich insgesamt auch 1993 noch fort, die ein globales Wachstum von rund 2 Prozent erreichte. Allerdings mehrten sich die Indizien für eine Trendwende. Die USA (+3 Prozent), Kanada (+2,4 Prozent) und Großbritannien (+2 Prozent) hatten wieder ordentliche Zuwachsraten erwirtschaftet. Unter den westlichen Industriestaaten erzielten dagegen u.a. Schweden, die Schweiz, Italien, Frankreich und auch die Bundesrepublik schwache Wachstumsziffern.

Die „alte“ Bundesrepublik wurde im vierten Jahr nach der „Wende“ sogar von der schwersten ökonomischen Krise seit ihrer Gründung eingeholt. Die kontinuierlich sinkende Nachfrage aus dem Ausland, überzogene Erwartungen in die ostdeutschen Märkte und hohe Lohnsteigerungen trafen vor allem das produzierende Gewerbe und ließen das reale Bruttosozialprodukt im vereinigten Deutschland um 1,2 Prozent sinken. In Ostdeutschland wirkte sich hingegen die von der Treuhandanstalt forcierte Privatisierung positiv auf die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts aus, das erneut um 7 Prozent zunahm.

Die einschneidende Krise verschonte auch nicht die beiden Flaggschiffe unter den Industiebranchen. Die chemische Industrie musste in West und Ost die schwersten Einbrüche seit der Gründung der beiden deutschen Staaten verkraften und einen realen Umsatzrückgang von 7 Prozent hinnehmen, der auf die Liquidation nicht mehr wettbewerbsfähiger Chemieunternehmen in der ehemaligen DDR und branchenbedingten Absatzkrisen zurückzuführen war. So wurden etwa Farben und Lacke, Düngemittel oder Produkte der Pharmaindusie deutlich weniger nachgefragt als in der Vergangenheit. Nicht viel besser erging es dem Maschinenbau, der die ausbleibenden Investitionen in Industrie und Handwerk unmittelbar spürte und daneben die Abwicklung von nicht mehr lukrativen und veralteten Firmen in Ostdeutschland zu bewältigen hatte. Der Gesamtumsatz der Branche ging real um ca. 10 Prozent zurück, ihr Auslandsumsatz verminderte sich um 4,6 Prozent.

Geschäftsbericht 1993