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Das Jahr 1992

Die weltwirtschaftliche Entwicklung verlief mit einer Zunahme der globalen Wertschöpfung von rund 1 Prozent auch 1992 insgesamt sehr verhalten. Bemerkenswert waren erneut die augenfälligen Unterschiede zwischen den Staatengruppen. Innerhalb der Industriestaaten verbesserte sich die konjunkturelle Lage etwa in den USA und Kanada, wohingegen Japan, Italien und Deutschland wirtschaftlich eher schwache Daten präsentierten. Die Staaten hinter dem ehemaligen „Eisernen Vorhang“ brachen ökonomisch weiter ein; gleichzeitig unterstrichen die Schwellenländern Ostasiens ihren Status als bedeutende Wachstumszentren.

„Retardierende Einflüsse von außen“, so die Analyse der Deutschen Bundesbank, „aber auch hausgemachte Bremsfaktoren“ bestimmten in der Bundesrepublik die Wirtschaftsentwicklung, die in Westdeutschland nicht richtig Fahrt aufnahm, unter dem Eindruck eines schwachen Exportgeschäfts sowie eines hohen Lohnkostendrucks stand und real (Bruttosozialprodukt zu Preisen von 1985) nur um 0,9 Prozent stieg. Die Wirtschaft in Ost-Deutschland bot ein ambivalentes Bild. Zum einen zogen die Binnennachfrage und die Investitionen in der Baubranche deutlich an, zum anderen wirkte sich die Erosion der osteuropäischen Märkte negativ auf die Wirtschaft aus.

In wichtigen Industriezweigen des wiedervereinigten Deutschland schwächte sich die Konjunktur spürbar ab. Im Maschinenbau, der einen realen Umsatzeinbruch von 6 Prozent hinnehmen musste, drückten die schwache Nachfrage bei traditionell wichtigen Abnehmern im Ausland und die kostengünstigere Konkurrenz in den ostasiatischen Staaten den Auslandsumsatz um 3 Prozent nach unten. Daneben erwies sich im Inland die Schließung zahlreicher, technisch überalterter Betriebe als eine Belastung für die Branche. Für die chemische Industrie waren in erster Linie die regionalen Disparitäten zwischen West und Ost charakteristisch: In der „alten“ Bundesrepublik nahm der Umsatz leicht um 1,1 Prozent zu. Dagegen verharrte die Branche in der ehemaligen DDR nach der Auflösung vieler nicht mehr profitabeler Unternehmen sowie der Modernisierung zahlreicher Anlagen inmitten einer Strukturkrise und hatte einen um 10,5 Prozent sinkenden Umsatz zu verzeichnen.

Geschäftsbericht 1992