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Das Jahr 1980

Zahlreiche Volkswirtschaften West- und Osteuropas sowie unter den Entwicklungsländern wurden im Sog der „2. Ölkrise“ und stark steigender Energiepreise von einem rezessiven Trend erfasst. Die Stagnation der industriellen Kennziffern ließen sich in allen OECD-Staaten auf vergleichbare Ursachen zurückführen. Neben den hohen Energiekosten verhinderten das (gerade im Vergleich mit den aufstrebenden, exportorientierten Entwicklungsländern) hohe Lohnniveau, häufig zu alte Produktionsanlagen, die Sättigung des Bedarfs in zahlreichen Industriezweigen und währungspolitische Interventionen (z.B. Erhöhung von Zinsen und Verteuerung von Krediten mit der Absicht, die Inflation einzudämmen) die weitere Expansion des industriellen Sektors.

Die optimistischen Konjunkturprognosen der Sachverständigen für das Jahr 1980, die etwa für die Bundesrepublik - so die „Fünf Weisen“ - ein reales Wachstums des Bruttosozialprodukts von 2,5 bis 3 Prozent vorhersagten, erfüllten sich im Schatten einer krisenhaften weltwirtschaftlichen Entwicklung nicht: Die Konjunktur schwächte sich seit dem Frühjahr immer deutlicher ab. Da im ersten Quartal noch recht hohe Wachstumsziffern erzielt worden waren, erhöhte sich das reale Bruttosozialprodukt am Ende um 1,8 Prozent. Im sekundären Sektor der Bundesrepublik, der die Gesamtproduktion nicht erhöhen konnte, gab es dennoch expandierende Industriezweige wie die Büromaschinen- und EDV-Branche, die Glasindustrie, der Stahl- und Leichtmetallbau, die feinmechanische und optische Industrie und die Papierverarbeitung. Zu den wachsenden Industrien zählte schließlich auch der Maschinenbau, der ein Umsatzwachstum von 7,5 Prozent verzeichnete. Eine Periode der Wachstumsschwäche erfuhren dagegen die Metallurgie, die Gießerei, der Straßenfahrzeugbau, die Bekleidungsindustrie, die Ledererzeugung und –verarbeitung sowie auch die chemische Industrie. Von gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, aber auch von den Überkapazitäten in manchen Produktionssparten und den konkurrierenden Chemieunternehmen in Entwicklungsländern in Bedrängnis gebracht, erwirtschafteten die westdeutschen Betriebe kein Umsatzwachstum (der Umsatz ging statt dessen real um 7,4 Prozent zurück).

Geschäftsbericht 1980