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Das Jahr 1976

Zahlreiche Wirtschaftsinstitute sahen die Weltwirtschaft 1976 in einem Zustand der trügerischen Ruhe. Auf der einen Seite gelang es den meisten krisengeschüttelten Volkswirtschaften, die Wachstumsschwäche zu überwinden (das reale Bruttosozialprodukt nahm global um 5,8 Prozent zu). Auf der anderen Seite waren nicht nur für das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ in Berlin (West) die weltweit kaum gesunkene Arbeitslosigkeit und das immer noch eher geringe Auslastungsniveau der Produktionsanlagen Gründe genug, um von einer „immer noch labilen Lage“ der westlichen Industrieländer zu sprechen.

Der schweren wirtschaftlichen Krise folgte in der Bundesrepublik eine rund fünfjährige Erholungsphase. Das reale Bruttosozialprodukt zeigte mit einer Zunahme von 5,6 Prozent das Ende der Rezession ebenso an wie die stark gestiegenen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen (+14 Prozent), die wieder intensiveren Anlageinvestitionen (+7 Prozent) und der erhöhte reale Gesamtumsatz der Industrie (+7,6 Prozent). Im industriellen Sektor sorgten hauptsächlich die Folgen der Investitionszulage, der Lagerabbau und die hohe Auslandsnachfrage für eine anziehende Konjunktur, aus der in erster Linie die Investitionsgüterindustrie Nutzen zog (Umsatz: +12,6 Prozent). Zu den großen Gewinner-Branchen gehörte auch die chemische Industrie mit einem Umsatzwachstum von 16,1 Prozent. Für den Erfolg der großen Chemiekonzerne gab der BASF-Vorstandsvorsitzende Matthias Seefelder in einem Interview mit dem Handelsblatt im Mai 1977 die „ölpreisbedingte inflationäre Ausweitung des Geschäfts“, „chemische und technische Ideen“ und die „Konzern-Arrondierungen der 1960er-Jahre“ an. Gleichzeitig hob Seefelder hervor, dass seit Mitte der 1970er-Jahre „viele Innovationsvorteile verbraucht“ seien und „neue Produkte immer öfter nur Spezialitäten, Variationen zu gleichen Thema sind“. Mehr als zufrieden durfte auch der Maschinenbau sein, der einen um 11,9 Prozent höheren Gesamtumsatz erwirtschaftete. Dabei blieben im Exportgeschäft die Werkzeugmaschinen und die Antriebstechnik die wichtigsten Sparten.

Geschäftsbericht 1976