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Das Jahr 1974

Das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ machte für die Weltwirtschaft im Jahr 1974 zurecht „weitaus stärker als in der Vergangenheit ungelöste Probleme aus“. Arbeitslosigkeit, hohe Inflationsraten, Hungerkrisen, Energieengpässe und ein weltweiter Konjunkturabschwung überschnitten sich und verdeutlichten die Grenzen des globalen Wachstums. Die USA erlebte die tiefste Krise seit den 1930er-Jahren, Westeuropa eine durchgreifende Rezession. Im Kreis der OECD-Staaten verringerte sich das reale Bruttosozialprodukt um 0,3 Prozent. In der Bundesrepublik verdüsterte sich die wirtschaftliche Situation weiter. Zwar nährte die Zunahme der Auftragsbestände in der verarbeitenden Industrie um 16 Prozent noch Hoffnungen auf eine rasche Überwindung der Ölkrise - andere Indikatoren wiesen indes in eine andere Richtung: Das Bruttosozialprodukt stagnierte mit +0,4 Prozent nahezu, die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 2,6 Prozent, die Inflationsrate stieg auf annähernd 7 Prozent, die Nachfrage der Investitionsgüterindustrie blieb rückläufig, die industrielle Nettoproduktion brach in fast allen Branchen ein. Das wirtschaftspolitische Krisenmanagement der Bundesregierung, die ein Konjunktursonderprogramm und eine Investitionszulage beschloss, vermochte es zunächst nicht, die Talfahrt nachhaltig zu bremsen. Weniger krisenanfällig zeigte sich allerdings die chemische Industrie, die ihre Nettoproduktion und ihre Umsätze (1973: 65,17 Mrd. DM, 1974: 86,93 Mrd. DM) steigerte. Gemessen am Umsatz führte der Großkonzern BASF gar die Liste der weltweit größten Chemieunternehmen an. Stabil entwickelte sich in der Krise auch der Maschinenbau. Der Gesamtumsatz nahm bei einer nahezu gleichbleibenden Beschäftigtenzahl (1973: 1.086.400, 1974: 1.089.200) von 69,17 Mrd. DM im Vorjahr auf 76,39 Mrd. DM zu.

Geschäftsbericht 1974