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Das Jahr 1973

Im Jahr 1973 wurde nicht nur die westdeutsche Volkswirtschaft, sondern das gesamte weltwirtschaftliche Gefüge tiefgreifend erschüttert. Mit der Freigabe der Wechselkurse gegenüber dem Dollar in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Staaten am 19. März („Block-Floating“) brach das System fester Wechselkurse zusammen. Militärische Konflikte belasteten die Weltwirtschaft zusätzlich. Nach Ausbruch des Jom-Kippur-Krieges reduzierten die arabischen Staaten im Oktober ihre Öllieferungen und zogen gleichzeitig die Preise für Mineralöl abhängige Energieträger an (Benzin für Kraftfahrzeuge, Heizöl, Chemie-Rohstoffe).

Obgleich der Übergang zum „Block-Floating“ half, die Folgen des ersten „Ölpreisschocks“ in der Bundesrepublik zu dämpfen und Westdeutschland anders als etwa die USA nicht unmittelbar vom Lieferboykott betroffen war, neigten sich die Jahre der Hochkonjunktur, der Vollbeschäftigung und der billigen Energieversorgung ihrem Ende zu und wurden von einer Periode der „Stagflation“ (niedrige Wachstumszahlen bei zunehmender Inflation) und steigender Arbeitslosigkeit abgelöst. Das Rohöl „war der Lebenssaft der Industrienation Bundesrepublik“ (Edgar Wolfrum), die 75 Prozent ihres Bedarfs in arabischen Ländern deckte. Im November beantwortete die Bundesregierung die Ölkrise mit dem Energiesicherungsgesetz, der Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen und Landstraßen, einem Anwerbestop für ausländische Arbeitskräfte, und dem Fahrverbot an vier Sonntagen im November und Dezember. Die weitreichende ökonomische Krise schlug sich sowohl in der Wirtschaftspolitik als auch im gesellschaftlichen Zeitgeist nieder. Fortan wurde „über Sinn und Unsinn des Wirtschaftswachstums“ (Knut Borchhardt) öffentlich intensiv diskutiert.

Geschäftsbericht 1973