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Das Jahr 1972

Die fortschreitende Inflation, Störungen im Gefüge des internationalen Währungssystems, die Furcht vor einer globalen Energiekrise, aber auch die weitere ökonomische Expansion der westlichen Industrieländer und ein weiter florierender Welthandel bestimmten die Weltwirtschaft im Jahre 1972. In den OECD-Ländern nahm das reale Bruttosozialprodukt im Durchschnitt um 5,6 Prozent zu (Japan: + 9,2 Prozent, USA: +6,4 Prozent). An der beschleunigten Entwicklung der industriellen Produktion hatte auch die Bundesrepublik Anteil, die einen Produktionszuwachs von 3,2 Prozent verzeichnete und ihr Bruttosozialprodukt nominal um 9,2 Prozent erhöhte.

In der Bundesrepublik hielt allerdings der Trend des Vorjahres an, der immer deutlicher zu einem wirtschaftspolitischen Strukturproblem wurde. Das Bruttosozialprodukt erhöhte sich real um lediglich 2,9 Prozent und lag deutlich unter dem Preisindex für die Lebenshaltungskosten (+5,8 Prozent). Darüber hinaus nahm seit drei Jahren erstmals wieder die Arbeitslosenquote auffällig zu (1971: 0,8 Prozent, 1972: 1,1 Prozent). Dass mit einem Rückgang der Konjunktur die Preise nicht sanken und Arbeitslosigkeit und Inflation gleichzeitig auftraten, war für ökonomisch Sachverständige und die Politik gleichermaßen eine bisher unbekannte Erfahrung. Die neuen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen verdeutlichten letztlich, dass sich die Hoffnung seit den ausgehenden 1960er-Jahren, Wirtschaft und Konjunktur mit Hilfe politischer Instrumentarien global steuern und stabil halten zu können, langfristig nicht einlösen ließ.

Die chemische Industrie steigerte ihren Gesamtumsatz von 53,57 Mrd DM (1970) auf 56,74 Mrd. DM und blieb mit einer Wachstumsquote von rund 5,8 Prozent hinter dem Durchschnittswert für die gesamte deutsche Industrie leicht zurück. Im Vergleich zu den Chemiebetrieben anderer europäischer Länder zeichneten sich die deutschen Unternehmen durch hohe Ausgaben für die Forschung und Entwicklung aus. Zwischen 1962 und 1972 betrug in Westdeutschland ihr Anteil am Gesamtumsatz in der Mineralölindustrie 0,8 bis 1,2 Prozent und in der chemischen Industrie 3 bis 5 Prozent (Pharmazeutische Industrie: 8 bis 10 Prozent). Mit einem Umsatz von insgesamt 68,32 Mrd. DM (+4,3 Prozent) behauptete der Maschinenbau seine führende Position unter den westdeutschen Industriezweigen. Am Umsatz gemessen waren die Büro- und Informationstechnik (5,81 Mrd. DM), der Werkzeugmaschinenbau (5,71) und die Antriebstechnik (4,21) von besonderem Gewicht.

Geschäftsbericht 1972