Messer - Global Site - Gase und Know-how für ihren Erfolg.
English Deutsch

Das Jahr 1971

Ein langsameres Wirtschaftswachstum in den westlichen Industrieländern und ein „weltweiter Kosten- und Preisauftrieb“ waren für die „Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute“ die wichtigsten Momente der weltwirtschaftlichen Entwicklung: „Die Zunahme des Sozialprodukts in der westlichen Welt hat sich im Winterhalbjahr insgesamt verstärkt, dies allerdings nur wegen des nun zügig fortschreitenden Konjunkturaufschwungs in Nordamerika. Der weltweite Kosten- und Preisauftrieb ist nur wenig schwächer geworden. Die währungspolitische Unsicherheit ist gemindert worden, doch bleibt die Situation angesichts des ungelösten Dollarproblems labil. Der Konjunkturabschwung in Westeuropa setzte sich im Winterhalbjahr 1971/72 fort, wenn auch nicht so stark wie im Herbst 1971 erwartet“. Die Grundlinien der globalen Entwicklung kamen auch in der westdeutschen Wirtschaft zum Ausdruck. Das reale Bruttosozialprodukt nahm nur noch um 2,7 Prozent zu; die Inflationsrate lag indes mit 5,4 Prozent bereits über der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate. Globale währungspolitische Fragen berührten überdies die Bundesrepublik unmittelbar. Nachdem die Bundesregierung im Mai 1971 den Wechselkurs der DM frei gab und der Dollar im Sommer nur noch 3,32 DM wert war, koppelte die US-Regierung den Dollar im August vom Goldstandard ab. Um das internationale Währungssystem nicht erodieren zu lassen, wertete eine internationale Währungskonferenz die DM gegenüber dem Dollar im Dezember auf (1 Dollar = 3,2225 DM).

Die Jahresbilanz der chemischen Industrie, die eine Produktionssteigerung von 6,7 Prozent erreichte, fasste die Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik“ zu Beginn des Jahres 1972 wie folgt zusammen: „Mäßigen Zunahmen bei den anorganischen und organischen Grundchemikalien sowie deren Folgeprodukten standen größere Produktionsfortschritte bei Kunststoffen, synthetischem Kautschuk, Chemiefasern sowie den konsumnahen Pharmazeutika, Körperpflegemitteln, Feinwasch- und Geschirrspülmitteln gegenüber. Die Produktion von Syntheseammoniak war wegen der schwierigen Exportbedingungen für stickstoffhaltige Düngemittel weiter rückläufig. Auch die Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel erlitten Produktionseinbußen“. Im Maschinenbau übertraf der Produktionswert die Kennziffer des Vorjahres um 7,2 Prozent. Preisbereinigt gingen indes die Aufträge aus dem Inland um 14 Prozent und aus dem Ausland um 10,2 Prozent zurück.

Geschäftsbericht 1971