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Das Jahr 1970

Im Kreis der westlichen Industriestaaten verlief die wirtschaftliche Entwicklung im großen und ganzen ambivalent. Das reale Bruttosozialprodukt stieg in den OECD-Ländern um 2,5 Prozent, im EWG-Raum um 5,5 Prozent. In den europäischen Industrieländern erwirtschafteten Österreich (+7 Prozent), Frankreich (+6 Prozent) und die Niederlande (ebenfalls +6 Prozent) die höchsten Zuwächse, während die Volkswirtschaften Norwegens (+3,5 Prozent) und Großbritanniens (+2 Prozent) unterdurchschnittlich wuchsen. Weltweit behauptete Japan mit einem realen Wachstum von 11 Prozent seine führende Position unter den Industrienationen. Die USA erzielte mit 1.010 Mrd. DM zwar nominal das höchste Bruttosozialprodukt ihrer Geschichte – real stand 1970 allerdings ein Minus von 0,4 Prozent zu Buche.

Die wirtschaftlichen Kennziffern der Bundesrepublik aus dem Jahr 1970 standen den Daten des Vorjahres kaum nach. Das reale Bruttosozialprodukt (+5,9 Prozent) und der Nettolohn der Arbeitnehmer (+8,7 Prozent) stiegen bei einer erneut niedrigen Arbeitslosenquote von 0,7 Prozent nochmals spürbar. Wie schnell die Krise der Jahre 1967/68 in einen Boom überging, zeigt sich in einem zusammenfassenden Blick auf die Jahre zwischen 1967 und 1970: Das reale Bruttosozialprodukt lag 1970 um fast 23 Prozent, die Anlageinvestitionen um ca. 35 Prozent und der private Verbrauch um rund 20 Prozent höher als vier Jahre zuvor. Die industrielle Entwicklung verlor allerdings - wie in zahlreichen anderen Industriestaaten – etwas an Tempo. In Westdeutschland erhöhte sich die Industrieproduktion um 6,1 Prozent – ein Wert, der leicht unter dem EWG-Durchschnitt (6,6 Prozent) lag. Eine rückläufige Produktion bestimmten die Entwicklung in der Textil- und Bekleidungsindustrie; auf starke Zuwächse konnten hingegen u.a. die elektrotechnische Industrie, die KFZ-Industrie, die chemische Industrie (+5,9 Prozent) und der Maschinenbau verweisen.

Geschäftsbericht 1970 (englisch)