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Das Jahr 1967

Die weltwirtschaftliche Entwicklung verlief 1967 regional sehr unterschiedlich. In der EWG erhöhte sich das reale Bruttosozialprodukt um 3 Prozent – ein Durchschnittswert, den etwa Italien mit 5,9 Prozent übertraf, Belgien, Luxemburg und vor allem auch die Bundesrepublik hingegen längst nicht mehr erreichten. Nach Jahren kontinuierlicher gesamtwirtschaftlicher Expansion versetzte eine (wird die Wachstumsstörung in die langfristigen Trends der westdeutschen Ökonomie eingeordnet) eher „milde Rezession“ (Robert Hettlage) die Zeitgenossen in Wirtschaft und Politik nahezu in einen Alarmzustand. Ausbleibendes Wirtschaftswachstum (-0,1 Prozent), eine Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent, die 1965 noch 0,7 Prozent betrug, eine Inflationsrate von 3,5 Prozent, die schrumpfende Industrieproduktion (der Gesamtumsatz verminderte sich um 7,4 Prozent) und ein Rückgang der Anlageinvestitionen um 8,4 Prozent signalisierten erstmals die Grenzen wirtschaftlichen Wachstums in der Bundesrepublik. Die Rezession traf insbesondere das Bauwesen, die Kraftfahrzeugindustrie, die Textilindustrie und auch den Maschinenbau, der einen Produktionsrückgang von 6,6 Prozent verschmerzen musste. (eine Exportsteigerung von 9 Prozent sorgte allerdings dafür, die Branche unter den industrieexportierenden Staaten den ersten Platz einnahm). Die chemische Industrie erwies sich dagegen als krisenresistent und erhöhte – obgleich die Kapazitäten der großen Konzerne nicht ganz ausgelastet waren - ihre Umsätze um 4,3 Prozent.

Die gesamtwirtschaftliche Situation musste auch die Großen Koalition herausfordern, die mit der „Konzertierten Aktion“, der Verabschiedung des Stabilitätsgesetzes und der „Mittelfristigen Finanzplanung“ sowie mit einer Reform der Finanzverfassung wirtschaftspolitische Instrumentarien beschloss, die das Gewicht des Bundes bei wirtschaftspolitischen Grundsatzentscheidungen stärkte.

Geschäftsbericht 1967