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Das Jahr 1966

Messer Griesheim musste die Folgen der Fusion und die notwendigen organisatorischen Anpassungsleistungen in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld erbringen. Die beiden Jahren 1966 und 1967 stehen in der Wirtschaftsgeschichte Westdeutschlands für das Ende der „langen fünfziger Jahre“ (Werner Abelshauser), einer von 1949 bis 1966 reichenden Boomphase, die keine konjunkturellen Rückschläge kannte. Die ökonomischen Sonderbedingungen der Nachkriegszeit hatten endgültig ihre stimulierenden Wirkungen eingebüßt: das Potential an Arbeitskräften war ausgeschöpft, die Produktivität des Kapitals hatte zusehends abgenommen.

Seit dem Herbst erlebte die Bundesrepublik ihre erste Wirtschaftskrise, die wie ein Schock auf die vom Wirtschaftswunder verwöhnte westdeutsche Gesellschaft wirkte. Die privaten und öffentlichen Investitionen gingen merklich zurück. Nachdem die Inlandsnachfrage nach Erzeugnissen des Maschinenbaus bereits seit dem Frühjahr 1965 abebbte, nahmen seit dem Frühjahr 1966 auch die öffentlichen Tiefbauaufträge ab. In der deutschen Industrie wurde zusehends mehr produziert als verkauft. Die Überproduktions- und Absatzkrise ließ das Bruttosozialprodukt um nur noch 2,8 Prozent wachsen. Weitere Folgen waren un-vermeidlich: Zum einen erhöhte sich die Zahl der Firmenkonkurse erhöhte von 2.928 (1965) auf 3.301, zum anderen stieg die Arbeitslosenquote im zweiten Halbjahr empfindlich an. Die Zahl der Erwerbslosen schnellte von 101.476 im Juli auf 371.623 im Dezem-ber empor. Auch mit Blick auf die längerfristige Wirtschaftsstruktur steht das Jahr 1966 für einen Umbruch, da der Anteil der Beschäftigten im warenproduzierenden Gewerbe nicht mehr weiter anstieg und sich statt dessen die „Tertiarisierung“ der Wirtschaft entscheidend beschleunigte.

Geschäftsbericht 1966